Schutzkonzepte für Elektrotechnik und sichere Anlagen

Christopher Wilmes bei der Beratung zu Stromnetzen und Energieinfrastruktur

Selektivität und Nachweisführung

Schutzkonzepte aus Netzfällen, vollständiger Auslösekette und versionssicheren Einstellungen entwickeln

Ein belastbares Schutzkonzept zeigt nicht nur Einstellwerte. Es verbindet Netz- und Anlagenzustand, Kurzschlussgrößen, Messwandler, Schutzfunktionen, Zeitstaffelung, Schaltgeräte, Reserveschutz, Auslösung, Prüfung und Dokumentenstand. Damit wird nachvollziehbar, wo Selektivität gilt und welche Grenzfälle gesondert behandelt werden müssen.

Unterlagen haben verschiedene Revisionen

Einlinienschema, Netzberechnung, Wandlerdaten, Geräteparameter und Prüfbericht beziehen sich nicht auf denselben Stand.

Fehlergrößen sind ungeprüft

Maximale und minimale Kurzschlusswerte, Einspeisevarianten oder Netzschaltungen sind nur angenommen.

Selektivität gilt nur im Nennfall

Minimalfehler, Reserveschutz, Ausfall von Kommunikation oder Schaltgerät und Übergangszustände fehlen.

Von der Berechnungsbasis zum prüfbaren Schutz- und Einstellkonzept

ArbeitsfeldBearbeitungArbeitsergebnis
Grundlagen und RevisionNetzbild, Betriebsmittel, Eigentumsgrenzen, Betriebszustände und Dokumentenstand konsolidieren.Grundlagen- und Revisionsregister
FehlerfallanalyseFehlerarten, maximale und minimale Fehlergrößen, Netzschaltungen, Einspeisungen und Ausbauzustände abgrenzen.Fehlerfall- und Berechnungsübersicht
SchutzketteWandler, Schutzfunktion, Stufen, Zeit, Logik, Auslösekreis, Schaltgerät und Reserveschutz durchgängig darstellen.Schutzketten- und Staffelplan
EinstellungenAnsprechwerte, Zeiten, Kennlinien, Richtungen, Logiken und Gerätebezug mit Begründung dokumentieren.Einstellwertliste mit Herleitung
PrüfungSekundär- und Funktionsprüfungen, Auslösekette, Grenzwerte, Sollwerte und Evidenz je Schutzfunktion festlegen.Prüf- und Abnahmekatalog
Freigabe und PflegePrüfung, Betreiberfreigabe, Einspielung, As-built-Stand, Änderung und Wiederholungsprüfung organisieren.Freigabe-, Change- und Prüfregister

Arbeitsablauf

  1. 1

    Grundlagen, Revision und Fehlerfälle bestätigen

  2. 2

    Schutzkette und Staffelung entwickeln

  3. 3

    Einstellungen herleiten und systemweit prüfen

  4. 4

    Freigabe, As-built-Stand und wiederkehrende Pflege sichern

Beteiligte Rollen

  • Anlagen- und Netzbetreiber
  • Netzberechnung und Schutztechnik
  • Elektrofachplanung und ausführendes Unternehmen
  • Hersteller und Prüfdienstleister
  • Schalt-, Betriebs- und Dokumentationsverantwortliche

Benötigte Eingaben

  • aktuelles Einlinienschema und Netzmodell
  • Kurzschluss- und Betriebsfalldaten
  • Betriebsmittel-, Wandler- und Schaltgerätedaten
  • Schutzgeräte, Firmware und Parameterstände
  • bestehende Konzepte, Prüfberichte und Betreiberanforderungen

Klare Grenzen

  • keine Betriebs- oder Schaltfreigabe durch die Beratung
  • keine Einstellwertfreigabe bei unbestätigten Netz-, Wandler- oder Gerätedaten
  • keine universelle Selektivitätszusage außerhalb der dokumentierten Netz- und Fehlerfälle

Arbeitsprobe

Musterartefakt: Schutzketten-Nachweis

Der Nachweis verbindet jeden Fehlerfall mit Messkette, Funktion, Einstellung, Auslösung, Reserve und Prüfergebnis.

  • Netz- und Fehlerfall
  • Wandler und Messgröße
  • Schutzfunktion, Stufe und Einstellung
  • Auslösekette, Schaltgerät und Reserveschutz
  • Prüfschritt, Evidenz und Freigabestand

Passende Vertiefungen

Primärquellen und Stand

VDE FNN Anwendungsregelngültige technische Regeln und Veröffentlichungsstände für Anschluss und Netzbetrieb

DGUV Vorschrift 3offizielle Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Anlagen und Betriebsmittel

§ 8 EEGgesetzlicher Rahmen für den Anschluss von Erzeugungsanlagen, soweit für den Anschlussfall relevant

Schutzkonzept prüfen

Nennen Sie Anlage, Netzebene und Betriebszustände, vorhandene Kurzschluss- und Schutzdaten, Geräte- und Revisionsstände sowie die offene Selektivitäts- oder Prüfentscheidung.

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