IT-/OT-Sicherheit im Netzbetrieb

Christopher Wilmes bei der Beratung zu Stromnetzen und Energieinfrastruktur

Informationssicherheit im technischen Betrieb

IT/OT-Sicherheit aus Assets, Kommunikationsbeziehungen und beherrschbaren Betriebsfällen aufbauen

Netzbetrieb benötigt Verfügbarkeit und sichere Bedienbarkeit ebenso wie Vertraulichkeit und Integrität. Schutzmaßnahmen müssen deshalb zur konkreten Anlage, Zone, Kommunikationsbeziehung, Wartungsrolle und Wiederanlaufanforderung passen. Die zentrale Entscheidung lautet, welche Risiken zuerst mit welcher betrieblich tragfähigen Maßnahme reduziert und wie deren Wirkung nachgewiesen wird.

Assets und Owner sind unvollständig

Geräte, Softwarestände, Kommunikationswege, Dienstleisterzugänge und verantwortliche Rollen sind nicht gemeinsam inventarisiert.

IT-Regeln werden ungeprüft übertragen

Maßnahmen berücksichtigen Echtzeit, Verfügbarkeit, Herstellerfreigaben, Sicherheitsfunktionen oder Wartungsfenster der OT nicht.

Störungsreaktion ist fragmentiert

Erkennung, technische Eingrenzung, Kommunikation, Wiederanlauf und Evidenzsicherung haben keinen abgestimmten Ablauf.

Von der OT-Realität zu priorisierten und testbaren Schutzmaßnahmen

ArbeitsfeldBearbeitungArbeitsergebnis
Scope und AssetsAnlagen, Systeme, Software, Daten, Schnittstellen, Standorte, Betreiber- und Dienstleisterrollen erfassen.Asset-, Owner- und Kritikalitätsregister
Zonen und DatenflüsseVertrauensgrenzen, Kommunikationsbeziehungen, Protokolle, Abhängigkeiten und Übergänge visualisieren.Zonen-, Conduit- und Datenflussbild
Zugriff und FernwartungIdentitäten, Rollen, Freigaben, Sprungwege, Sitzungen, Protokollierung und Notzugänge definieren.Zugriffs- und Fernwartungsmatrix
Änderung und SchwachstellenInventar, Herstellerhinweise, Bewertung, Test, Freigabe, Patchfenster und kompensierende Maßnahmen verbinden.Schwachstellen- und Change-Prozess
Erkennung und ReaktionEreignisse, Alarme, Eskalation, technische Eingrenzung, Kommunikation und Beweissicherung festlegen.OT-Incident-Playbook
Wiederanlauf und EvidenzBackups, Konfigurationen, Reihenfolge, Abhängigkeiten, Funktionstest und regelmäßige Übung nachweisen.Recovery-Testplan und Maßnahmenregister

Arbeitsablauf

  1. 1

    Scope, Assets und Kritikalität belastbar erfassen

  2. 2

    Zonen, Kommunikations- und Zugriffsbeziehungen bewerten

  3. 3

    Maßnahmen risikoorientiert priorisieren und umsetzen

  4. 4

    Erkennung, Reaktion und Wiederanlauf regelmäßig testen

Beteiligte Rollen

  • Anlagen- und Netzbetrieb
  • IT/OT-Architektur und Informationssicherheit
  • Leittechnik, Schutz- und Automatisierungstechnik
  • Hersteller, Integratoren und Wartungsdienstleister
  • Incident-, Notfall- und Managementverantwortliche

Benötigte Eingaben

  • Asset- und Softwareinventar
  • Netzwerk-, System- und Kommunikationspläne
  • Zugriffs- und Dienstleisterkonzept
  • Herstellerhinweise, Änderungen und Störungsdaten
  • Notfall-, Backup-, Recovery- und Testunterlagen

Klare Grenzen

  • keine Rechts- oder Compliance-Beratung und keine Zertifizierungszusage
  • kein Penetrationstest ohne gesonderten Scope, Betriebsfreigabe und Schutzvorkehrungen
  • keine Produkt- oder Patchfreigabe ohne Hersteller-, Anlagen- und Betriebsprüfung

Arbeitsprobe

Musterartefakt: OT-Risiko- und Maßnahmenregister

Das Register verbindet technische Realität, Betriebswirkung, Maßnahme, Owner und belastbaren Wirksamkeitsnachweis.

  • Asset, Zone und Kommunikationsbeziehung
  • Bedrohung, Schwachstelle und Betriebswirkung
  • bestehende und geplante Maßnahme
  • Owner, Priorität und Abhängigkeit
  • Testmethode, Evidenz und Reviewtermin

Passende Vertiefungen

Primärquellen und Stand

§ 11 EnWGgesetzlicher Rahmen für sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb

BSI ICS-Security-KompendiumOrientierung zur Absicherung industrieller Steuerungs- und Automatisierungssysteme

BSI KRITIS-Downloadsoffizielle Arbeitshilfen und Veröffentlichungen für Betreiber kritischer Infrastrukturen

OT-Sicherheitslage strukturieren

Nennen Sie Anlagenbereich, Assets, Kommunikations- und Fernzugriffswege, Betriebsanforderungen, bekannte Schwachstellen und den gewünschten Nachweis.

Anfrage vorbereiten